Zubereitung von Tee

Wie bereitet man Schwarztee, Grünen Tee, Früchte-  oder Kräutertee perfekt zu? Worauf ist beim Kauf von Tee zu achten? Wie lagert man Tee am besten zu Hause? Welche Rolle spielt die Qualität des Wassers, mit dem der Tee zubereitet wird? Welches ist das perfekte Teegeschirr? Und warum bilden sich Schlieren in der Teetasse? Fragen rund um die Zubereitung von Tee, die hier beantwortet werden. 

Teebeutel in die Tasse, heißes Wasser drüber, ziehen lassen, fertig. Doch holt man so das Beste an Geschmack und Wirkung aus dem Tee? Oder sollte man Tee nach folgender Formel zubereiten, die das Ergebnis der Forschung von Andrew G.F. Stapley ist? 

  tee

Die Formel veröffentlichte der Wissenschaftler in der Arbeit „Modelling the kinetics of tea and coffee infusion" im „Journal of the Science of Food and Agriculture“ im Jahr 2002 (Seiten 1661 bis 1671).

Zugegeben, das sind die beiden Extreme der Zubereitung von Tee. Dazwischen liegen eine ganze Reihe Möglichkeiten des Teekochens. Doch auch wenn Teegenuss eine reine Geschmackssache ist, gibt es zu seiner Zubereitung allgemeingültiges Wissen, das wir hier gerne mit Ihnen teilen. 

 

Tipps für die Teezubereitung

Zu bestem Teegeschmack und somit höchstem Teegenuss führen Sie unsere nachfolgenden Tipps und Tricks – das versprechen wir.  

 

Tee richtig kaufen

Wer Tee trinken möchte, muss schon beim Kauf entscheiden, ob dieser in Teebeuteln oder lose verpackt sein soll. Die praktische Teebeutel-Verpackung hat den Vorteil, dass die Menge des Tees zum Zubereiten einer Tasse bereits perfekt portioniert ist. Wer seinen Tee jedoch mit allen Sinnen genießen möchte, kauft ungern die Katz im Sack, sprich: den Tee im Beutel aus Papier. Denn Sichtkontakt zum Teeblatt ist damit nahezu ausgeschlossen. 

Teebeutel vs. loser Tee

Ein Mythos ist es übrigens, dass die Teeproduzenten zum Befüllen der Teebeutel nur minderwertige Ware „zusammenfegen“ und verpacken. Für Teebeutel wie für lose Tee gilt vielmehr: Es gibt hier wie da gute und weniger gute Qualität. Dennoch macht es einen Unterschied, ob Beuteltee oder loser Tee zubereitet wird. Dazu muss man wissen, dass die Teeblätter in den kleinen Teebeuteln feine Fragmente (sogenannte Fannings) der unversehrten Teeblätter sind, die bei der speziellen Verarbeitung zu Beuteltee erst zerkleinert werden. Rein rechnerisch gilt: Je kleiner die Teefragmente sind, desto größer ist ihre Oberfläche im Vergleich zum Volumen. Für die Geschmacksentwicklung des Tee bedeutet das: Je kleiner die Fannings sind, desto gründlicher lässt sich daraus das typische Teearoma lösen. Deshalb braucht man von zerkleinerten Teeblättern meist weniger als von unversehrten, um daraus einen Tee zuzubereiten. 

Traditionell werden eher gängige Teesorten in Teebeuteln verpackt. Hochwertige Tees bekommt man dagegen eher lose zu kaufen. Was nicht heißt, dass Beuteltee immer billiger als loser Tee ist. Im Gegenteil: Aufs Gramm berechnet, zahlt man bei Beuteltee meist für die praktische Verpackung drauf. Nicht zu vergessen: Die Teebeutel haben im Schnitt eine schlechtere Ökobilanz als lose verpackter Tee, denn sie vergrößern den Müllberg um Einiges mehr als die Verpackung loser Tees der gleichen Menge. 

Bio-Tee vs. herkömmlich angebauter Tee

Wie bei allen Lebensmitteln sollte man beim Kauf von Tee vor allem auf dessen Anbauqualität achten. Bio-Ware enthält weniger chemische Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel und Düngemittel als herkömmlich angebauter Tee. 

Künstliche Aromen vs. natürliche Aromen

Wichtig für den Kauf hochwertiger Tees ist auch das Wissen um die gegebenenfalls zugesetzten Aromen, die natürlicher oder künstlicher Herkunft sein können. Manche Teespezialität ist nur deshalb legendär, weil sie aus einem Tee und einem Aromastoff besteht, zum Beispiel unser Ostfriesischer Sonntagstee, ein traditionell hochwertiger Assamtee, der mit Vanille aromatisiert wird. Solange es sich dabei um natürliche, feinste Vanille handelt, ist der Tee von Spitzenqualität. Kommt die Vanillenote jedoch aus dem Labor, ist der legendäre Schwarztee eben nicht mehr der, der er vorgibt, zu sein. 

Nicht zuletzt sollte man bei Teekauf auf die Frische des Tees achten. Die aktuelle Ernte schmeckt immer aromatischer als die des vergangenen Jahres. 

 

Tee richtig aufbewahren

Hochwertiger Tee sollte trocken, dunkel und bei Zimmertemperaturen um die 20 Grad Celsius aufbewahrt werden, damit Luftfeuchtigkeit, Licht und Temperatur ihm nichts anhaben können. Sie müssen zur Aufbewahrung von Tee auch wissen, dass das Aroma des Tees sich schnell verflüchtigt und, dass Tee ebenso schnell Aromen aus der Umgebung annimmt. Jeder Tee sollte deshalb  möglichst separat gelagert werden. Metalldosen mit fest verschließbarem Deckel beispielweise sind sehr gut geeignet, um Tee für lange Zeit aromasicher zu lagern. Zwei Jahre und länger behält Tee darin seinen typischen Geschmack. 

 

Tee richtig zubereiten

Die Zubereitung von Tee hat eine Jahrtausende alte Tradition. Insbesondere in China und Japan gibt es Tee-Zeremonien zum Teekochen, die strikten Regeln folgen. Sie haben Kultstatus und sind wichtiger Teil der landestypischen Kultur. Aber: Trendige Spezialitäten wie den Grünen Matcha-Tee bereitet man auch hierzulande längst auf traditionelle Art zu. Kurz: Aufgrund der unterschiedlichen Wurzeln, die die Teekultur hat, haben sich auch verschiedene Zubereitungsformen von Tee entwickelt. 

Das richtige Teegeschirr

Meistens wird das Teeblatt direkt mit heißem Wasser übergossen, so dass es sich buchstäblich frei entfalten kann. Immerhin nehmen die aufgegossenen Teeblätter bis zum doppelten an Raum ein, den sie im getrockneten Zustand benötigen. Da beim Verarbeiten von Tee ein Großteil des Teeblattsaftes sowie der darin enthaltenen ätherischen Öle am Teeblatt festtrocknen, ist es für die Geschmacksbildung von immenser Bedeutung, wie gut sich das Teeblatt im heißen Wasser entfalten kann und wie gründlich es von diesem umspült wird. Wer Papierfilter, Teenetze aus Baumwolle, Tee-Eier oder Kannen mit zu kleinem Filtereinsatz benutzt, macht es dem Tee nämlich unnötig schwer, seinen vollen Geschmack an das Wasser abzugeben. 

Was man tatsächlich braucht, um einen perfekten Tee zuzubereiten, ist demnach ein Gefäß zum Aufgießen des Tees, in dem er auch ziehen kann, sowie ein Gefäß zum Servieren beziehungsweise zum Trinken. Alternativen sind handelsübliche Teekannen mit ausreichend großen Sieben, die man nach der Ziehzeit nicht herausnehmen muss, sondern die man nach unten presst, um somit die Ziehzeit zu beenden. 

Gut zu wissen: Die Teekanne sollte ausschließlich der Zubereitung von Tee dienen. Wer öfter mal die Teesorte wechselt, sollte für jede Sorte eine extra Kanne verwenden, zum Beispiel eine für Schwarztee, eine für Grünen Tee und so weiter. Zu schnell könnte der geschmacksempfindliche Tee sonst das Aroma der jeweils anderen Sorte annehmen. Auch das Material der Teekanne beeinflusst dessen Güte. Traditionell bewährt haben sich Keramik, Porzellan und Glas. Metall dagegen kann den guten Teegeschmack beeinträchtigen.

Die richtige Teemenge und die richtige Wassermenge

Ganz wichtig zur Zubereitung eines perfekten Tees ist das Verhältnis von Tee und Wasser. Gut, wenn Teeproduzent oder Teeanbieter bezüglich der zu verwendenden Mengen Angaben auf der Teeverpackung machen. Es ist empfehlenswert, sich daran zu halten, wobei die Empfehlungen der eigenen Experimentierfreudigkeit nicht im Weg stehen sollten. Als Faustregel kann man sich merken: Auf einen Teelöffel Tee gehört eine Tasse heißes Wasser. Eine Tasse meint in Europa ein Gefäß mit 125 bis 150 Millilitern Fassungsvermögen, in China und Japan dagegen eins, das nur 50 bis 100 Milliliter fasst. Ganz anders in Russland: Dort gießt man traditionell zunächst einen sehr starken Teesud auf, der dann jeweils in der Tasse mit heißem Wasser verdünnt und serviert wird (Stichwort: Samowar).

Das richtige Teewasser

Ideal wäre laut dem ersten Teebuch der Welt, geschrieben von Lu Yu, frisches Bergquellwasser zum Teekochen – doch die meisten nutzen hierzulande zum Teezubereiten das Wasser aus dem Wasserhahn. Das hat je nach Region und Leitung unterschiedliche Qualität. Achten sollte man darauf, dass das Wasser frisch aus dem Hahn gezapft und gekocht wurde. Es sollte nicht zu hart, sprich: nicht zu kalkhaltig sein. Gegebenenfalls muss man das Teewasser vor dem Kochen filtern. Zu kalkhaltiges Wasser führt zu einem unansehnlichen Film auf der Oberfläche des Tees (sogenannte Schlieren), der dem Tee einen unangenehmen Beigeschmack vermacht und sich „pelzig“ auf der Zunge anfühlt. 

 

Schwarzen Tee richtig zubereiten

Auf einen Löffel Schwarztee gehört eine Tasse heißes Wasser, das beim Aufgießen nicht mehr sprudeln sollte. Am besten hat es eine Temperatur von 95 Grad Celsius. Für einen Darjeeling aus erster Ernte darf das Wasser sogar nur um die 90 Grad Celsius beim Aufgießen haben, er sollte zwei, drei Minuten zeihen. Ein Darjeeling aus zweiter Ernte dagegen verträgt gut Wasser, das knapp unter 100 Grad Celsius heiß ist, worin er drei, vier Minuten ziehen sollte. Schwarzen Tee lässt man grundsätzlich nicht länger als fünf Minuten ziehen, andernfalls würde er bitter werden. Außerdem gilt: Je kürzer er zieht, desto anregender wirkt Schwarzer Tee auf die Verdauung.

 

Grünen Tee richtig zubereiten

Grüner Tee wird mit deutlich kühlerem Wasser aufgegossen als Schwarzer Tee: Ideal sind Wassertemperaturen zwischen 70 und 80 Grad Celsius. Grüner Tee darf gerne mehrere Male aufgegossen werden, er wird dabei nicht bitter,  entwickelt dafür jedoch stets neue Geschmacksnoten. Experten empfehlen häufig den zweiten Aufguss als den besten!

 

Kräutertee richtig zubereiten

Kräutertee wird mit heißem Wasser um die 100 Grad Celsius aufgegossen. Damit alle guten Inhaltsstoffe aus den Kräutern in das Teewasser übergehen, lässt man Kräutertee ruhig für 5 bis 15 Minuten ziehen. 

 

Früchtetee richtig zubereiten

Auch Früchte übergießt man mit sprudelndem Wasser und lässt den Aufguss für längere Zeit ziehen, mindestens eine Viertelstunde empfehlen wir. Früchtetee kann heiß und kalt genossen werden.