Die Teesorten

Nur zwei Ur-Teepflanzen bescheren uns heute eine Vielzahl an Tees, die in die Tausende geht. Kein anderes Getränk dieser Welt bietet so viel geschmackliche Vielfalt wie Tee. Lesen Sie hier Wissenswertes zu den wichtigsten Teesorten der Welt.

Bedenkt man, dass alle Tees, die es heute weltweit gibt, mit den beiden Ur-Teepflanzen Camellia sinensis var. sinensis und Camellia sinensis var. assamica buchstäblich nur zwei verschiedenen Wurzeln entstammen, ist ihre Vielfalt an Geschmack, Farbe und Aroma mehr als erstaunlich.

Warum gibt es verschiedene Teesorten?

Der Charakter jeden Tees wird jedoch nicht nur von der Teepflanze selbst, sondern auch von den Bedingungen beeinflusst, unter denen sie gedeiht. Dazu zählen die Lage der Teeplantage, der dort liegende Boden und die dort herrschenden klimatischen Verhältnisse. Auch die Anbauweise und die Art der Ernte des Tees haben Einfluss auf die Sorte, die daraus später gemacht wird. Vor allem aber ist es die Verarbeitung der Teeblätter, insbesondere der Grad der Oxidation, den man zulässt, die maßgeblich bestimmt, welche Teesorte entsteht – und wie diese schmeckt, duftet und wirkt.

Teesorten und Teemischungen

Bei aller geschmacklichen Vielfalt und der Vielzahl an Tees, die wir heute kennen, lassen sich diese doch recht gut klassifizieren. Die dabei voneinander unterschiedenen Teesorten bringen jeweils ihren typischen Charakter, geprägt von Geschmack, Farbe, Duft und Wirkung, in die Tasse. Tees einer Sorte schmecken, duften und wirken ähnlich, auch wenn kein Tee dem anderen blattgenau gleicht.

Die bekanntesten Teesorten sind:

Schwarzer Tee
Grüner Tee
Weißer Tee
Oolong Tee
• Pu-Erh-Tee
• und Matetee.

Doch auch sämtliche Aufgüsse aus Kraut, Frucht, Gewürz, Kern oder Korn heißen landläufig Tee und nicht etwa Aufguss, selbst wenn dies richtiger wäre, da sie nicht aus Blättern der beiden aktuell verbreiteten Teepflanzen gemacht werden. Vielmehr spricht man auch hier von Teesorten wie:

Kräutertee
• und Früchtetee.

Neben Tees aus lediglich einer Zutat, zum Beispiel nur Teeblätter einer Sorte, Teilen nur eines Kräuterkrauts oder Früchten nur einer Sorte, sind unzählige Tee-Mischungen auf dem Markt, die

• (bis zu 20 und mehr) verschiedene Teeblätter vereinen (auch Blend oder Blended Tea genannt). Legendäres Beispiel ist der Five-Layer-Tea: Ein Tee aus Bangladesh, der ursprünglich aus fünf und inzwischen aus bis zu zehn Schichten verschiedener Tees besteht, die ungemischt aufgegossen werden. Jede einzelne Schicht besticht mit eigener Farbe und eigenem Geschmack – ein Schauspiel für die Sinne!

• Teeblätter einer Sorte und eine oder mehrere andere Zutaten vereinen. Bekannte Beispiele sind Tee-Spezialitäten wie Ostfriesischer Sonntagstee aus bestem Assamtee und feiner Vanille, Chai oder Chinesischer Rosenblütentee.

• verschiedene Zutaten – ohne Teeblätter – vereinen. Zu nennen sind hier Kräutertees wie der Kräutertee Kräutergarten und der Kräutertee Wohlfühltee oder Früchtetees wie der Früchtetee Früchtetraum und der Früchtetee Spritzige Zitrone.

Welche Teesorten gibt es?

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die gängigsten Teesorten gegebenen werden. Er informiert über wichtige Charakteristika ebenso wie über Wissenswertes zum Anbau und zur Verarbeitung der jeweiligen Teesorte.

Schwarzer Tee

Der Schwarztee ist das Schwergewicht im Reigen der Teesorten. Von ihm wird heute weltweit am meisten produziert und auch konsumiert. Schwarzer Tee lässt sich sowohl aus den Teeblättern des chinesischen Teestrauchs Camellia sinensis var. sinensis als auch aus denen des indischen Teebaums Camellia sinensis var. assamica machen. Die Chinesen übrigens nennen den Schwarztee „Roten Tee“. Der Grund: Die Teesorte bildet eine kräftige, rote Tasse. Wir Deutschen hingegen beziehen uns beim Sortennamen „Schwarzer Tee“ auf die Großteils schwarze Farbe der verarbeiteten Teeblätter. Hauptanbaugebiete von Schwarztee sind heute der indische Subkontinent, China und Afrika.

Schwarztee schmeckt mal zart und blumig frisch, mal leicht nussig und malzig oder mal kräftig herb. Für die Geschmacksunterschiede ist nicht nur die Herkunft des Tees verantwortlich, sondern auch die Art und Weise, wie die Teeblätter für ihn verarbeitet worden sind. Schwarzer Tee durchläuft dabei im Grunde fünf Verarbeitungsschritte (1. Welken, 2. Rollen, 3. Oxidieren/Fermentieren, 4. Trocknen, 5. Sieben und Sortieren), wobei insbesondere der Grad der Oxidation maßgeblich für die Qualität des späteren Schwarztees ist. Beim Oxidieren mit der Luft reagiert der aus den gerollten Teeblättern austretende Zellsaft enzymatisch (biochemisch) mit dem Sauerstoff der Luft. Dabei ändern sich die Inhaltsstoffe des Tees und bilden den typischen Geschmack, Duft und die Farbe aus. Ätherische Öle entwickeln sich.

Zu den köstlichen Schwarztees aus unserem Sortiment:

 

Grüner Tee

Grüner Tee nimmt mengenmäßig den zweiten Platz der meistproduzierten und meistgetrunkenen Tees ein. Traditionell wird er vor allem in China und in Japan sogar ausschließlich angebaut. Die Verarbeitung ist ähnlich wie die von Schwarzem Tee – mit einem wichtigen Unterschied: Grünen Tee lässt man ansatzweise oxidieren (fermentieren), so dass die biochemische Umwandlung seiner Inhaltsstoffe nahezu komplett unterbunden wird. So behält er seinen typischen Geschmack nach frischem Blatt, der von Kennern als mehr oder weniger grasig beschrieben wird, sowie seine namensgebende Farbe. Eine besondere Variante des Grünen Tees stellt der pulverisierte Matcha dar, der traditionell bei der Teezeremonie und aktuell als Trendgetränk (Stichwort: Wellnesstee) zubereitet wird.

Zu den köstlichen Grüntees aus unserem Sortiment:

 

Weißer Tee

Weißer Tee ist besonders mild im Geschmack und bildet eine sehr helle Tassenfarbe aus, die namensgebend ist. Er wird aus nur ungeöffneten, jungen Teeblattknospen hergestellt, die noch den weiß-silbrigen Haarflaum tragen, wegen dem sie auch „Silver Needles“, auf Deutsch: „Silbernadeln“ genannt werden. Angebaut wird Weißer Tee heute in fast allen Teeregionen der Welt. Weißer Tee wird noch weniger als Grüner Tee oxidiert und besonders schonend luft- und lichtgetrocknet. So bewahrt man seinen natürlichen und hochwertigen Charakter.

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Oolong Tee

Oolong Tee schmeckt von malzig bis fruchtig (nach Pfisich), blumig entsprechend dem Grad der Oxidation, die er durchlaufen hat. Sein Geschmack ähnelt entweder eher Schwarztee (längere Oxidationszeit) oder eher Grünem Tee (kürzere Oxidationszeit). Oolong Tee wird wegen der nur teilweisen Oxidation auch halbfermentierter Tee genannt. Nur die Ränder der Teeblätter lässt man während der Teeverarbeitung mit dem Sauerstoff der Luft reagieren – eine aufwendige Prozedur, die sich jedoch lohnt, denn hochwertiger Oolong Tee ist eine köstliche Spezialität. Häufig wird Oolong Tee mit natürlichen, aromatischen Beigaben versetzt, um ihn geschmacklich zu variieren, zum Beispiel Orangen- oder Osmanthusblüten. Eine Rarität stellt die Zugabe von Milch bei der Verarbeitung dar, mit deren Hilfe ein auffallnd cremiger Oolong Tee entsteht.

Zu den köstlichen Oolong Tees aus unserem Sortiment:

 

Pu-Erh-Tee

Pu-Erh-Tee heißt nach der Stadt Pu’er, die in der chinesischen Provinz Yunnan liegt. Seine Herstellung hat eine jahrhundertealte Tradition, die eine besonders lange Reifezeit von mindestens fünf Jahren (!) umfasst. Währenddessen lagert der Pu-Erh-Tee in Räumen mit Lehmwänden, wovon er sein kräftiges, erdiges Aroma und seine dunkle, rötliche Farbe erhält. Seit den 1970er-Jahren ist nben dem traditionellen ein neues, schnelleres Herstellungsverfahren im Einsatz, das den Tee innerhalb von Monaten reifen lässt. Entsprechend gibt es heute beide Qualitäten parallel: roh/raw/sheng und reif/ripe/shu. Das Besondere an Pu-Erh-Te: Je älter der Tee wird – und das unterscheidet ihn von Schwarzem, Grünem und Weißem Tee – desto höher ist seine Qualität und desto besser ist sein Geschmack.


Roiboos-Tee

Der Roiboos-Tee wird auch Rotbuschtee oder Honigbuschtee genannt. Und das zu Recht, denn er bildet eine herrlich kupferrote Tasse und schmeckt leicht süßlich nach Honig. Angebaut wird Roiboos-Tee bis heute in nur einem einzigen Gebiet weltweit: den Zederbergen nahe der südafrikanischen Stadt Kapstadt. Roiboos-Tee ist demnach kein Abkömmling der klassischen Ur-teepflanzen. Dennoch hat er sich längst einen guten Namen in der Teewelt gemacht und zählt zu den wichtigen Exportgütern Südafrikas.

Zu den köstlichen Roiboos-Tees aus unserem Sortiment:

 Matetee

Auch der südamerikanische Mate-Strauch, eine Art Stechpalme, ist biologisch gesehen keine „echte“ Teepflanze, wenngleich man den Aufguss seiner bis zu zweijährigen Äste, Blätter, Blatt- und Blütenstängel sowie Triebe auch als Matetee handelt. Wobei mit Mate eigentlich der ausgehöhlte Zierkürbis bezeichnet wird, aus dem man den Mate-Tee traditionell trinkt. Mate lässt sich grün oder geröstet aufgießen, mehrfach wohlbemerkt. Er schmeckt erdig, rauchig, süß und säuerlich zugleich. Selbst bittere und fruchtige Noten lassen sich in seinem Geschmack ausmachen. Oft mischt man Mate mit Zimt, Minze oder Orange.