Die Anbaugebiete des Tees

China, Indien, Japan – das sind die bekannten Teeanbaugebiete der Welt. Doch auch in Kenia, Südafrika, Malawi und Tansania wächst köstlicher Tee heran. Und hätten Sie gedacht, dass in der Nähe von Freiburg gerade eine Teeplantage gedeiht? Lesen Sie hier alles Wichtige zu den Teeanbaugebieten weltweit.

Die beiden Ur-Teepflanzen Camellia sinensis var. sinensis und Camellia sinensis var. assamica, die nach ihrer Herkunft auch China(saat)pflanze und Assam(saat)pflanze genannt werden, sind buchstäblich die Wurzeln aller heute angebauten Teepflanzen. Insbesondere die sogenannten Hybride der Assampflanze haben sich als gut kultivierbar erwiesen und sind heute die am meisten angebauten Teepflanzen überhaupt. Während der chinesische Teestrauch sehr gut in gemäßigtem Klima gedeiht, ist der indische Teebaum eine Tropenpflanze. Daraus ergeben sich eine ganze Menge möglicher Anbaugebiete für Tee weltweit. Die wichtigsten werden im Folgenden vorgestellt. Zuvor jedoch ein kleiner Überblick zur weltweiten und deutschen Tee-Wirtschaft.

Wirtschaftsfaktor Tee

Laut Erhebungen des Deutschen Teeverbandes e.V. tranken deutsche Verbraucher im Jahr 2013 19.396 Tonnen Tee und damit 2,3 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr 2012. Dabei handelte es sich um: 

75,5 Prozent Schwarzen Tee

und 24,5 Prozent Grünen Tee.

Umgelegt entspricht diese Menge etwa dem Verbrauch von 27,5 Litern Tee pro Kopf, davon 60 Prozent als loser Tee und 40 Prozent als Beuteltee. Dazu muss man wissen, dass der Teekonsum hierzulande stetig steigt, das Verhältnis des getrunkenen Schwarztees zu Grüntee von 3:1 jedoch in etwa gleich bleibt. 1.205 Tonnen des hierzulande konsumierten Tees hatten 2013 Bio-Qualität (45 Prozent Schwarzer Bio-Tee und 55 Prozent Grüner Bio-Tee). 

Deutschland ist jedoch nicht nur ein guter Teeverbraucher, sondern auch ein wichtiger Umschlagplatz für Tee. Das Importvolumen an Tee betrug 2013 laut Aussage des Deutschen Teeverbandes 55.201 Tonnen. Es ist lag damit fast auf dem Vorjahresniveau (2012: 56.431 Tonnen Tee). Experten bezeichneten die Importmenge von 2012 als Rekordniveau, das sich unter anderem auf die Auflösung der Freihandelszone des Freihafens Hamburg zurückführen ließe. Von der 2013er-Menge an importiertem Tee verblieben in Deutschland 29.058 Tonnen Tee, die schon erwähnten 19.396 Tonnen wurden konsumiert, der Rest gelagert. 26.143 Tonnen wurden nach der Veredlung von Deutschland aus in die ganze Welt exportiert. 65 Prozent davon in Länder der Europäischen Union (davon 21 Prozent nach Frankreich). Die größte außereuropäische Lieferadresse waren die USA (15 Prozent). 

Weltweit wurden im Jahr 2013 4.819.087 Tonnen Tee produziert. Die größten Produzenten sind nach wie vor: 

China (1.850.000 Tonnen) 

Indien (1.200.040 Tonnen)

Kenia (432.453 Tonnen)

Sri Lanka (340.299 Tonnen)

und Indonesien (134.000 Tonnen)

Größter Tee-Exporteur weltweit ist Kenia mit 413.035 Tonnen, gefolgt von China mit 332.416 Tonnen Export-Tee. Auf Platz drei der Weltexporteure für Tee lag Sri Lanka in 2013 mit 317.710 Tonnen. 

Deutschland importierte 2013 11.472 Tonnen Tee aus China, davon 8.332 Tonnen Grünen Tee (73 Prozent), und 9.948 Tonnen Schwarzen Tee aus Indien. Weitere wichtige Lieferanten sind Sri Lanka, Indonesien und Kenia.  

Wo wird Tee angebaut?

In der Summe produzieren die Länder des indischen Subkontinents auf den rund 13.000 Teeplantagen dort heute den meisten Tee, gefolgt von China. Hier ein Überblick über die wichtigsten Teeanbaugebiete der Welt.

Die Teeanbaugebiete Assam und Darjeeling in Indien

Aus dem wichtigsten indischen Anbaugebiet Assam im Norden Indiens und größten zusammenhängenden Teeanbaugebiet der Welt kommt etwa die Hälfte des indischen Tees. Die feucht-heiße Luft und das tropische Klima zu beiden Seiten des Flusses Brahmaputra lässt besonders körperreiche, malzige Assam-Tees wachsen. 

Die feine Muskatnote des Darjeeling-Tees ist der Grund dafür, dass er als Champagner unter den Tees gilt. Darjeeling-Tee stammt aus den mehr als 60 Teegärten von Darjeeling (eigentlich Darjiling), einer Stadt in den Ausläufern des Himalayas. Sein einmaliger Geschmack rührt von der ebenso einmaligen Konstellation aus 

dem kühlem, oft nebligen Klima, 

der Höhenlage der Teegärten

den Boden- und Luftverhältnissen 

sowie den Niederschlägen her. 

Das Teeanbaugebiet Ceylon (Sri Lanka)

Das heutige Sri Lanka ist bekannt für seinen Ceylon-Tee. Dessen unnachahmlicher Geschmack wird vor allem von den Wachstumsbedingungen dort geprägt: Heiße, feuchte Ebenen und Gebirgsläufe sind Heimat von Teefeldern, die alle sieben, acht Tage blühen. Geerntet werden kann der Ceylon-Tee das ganze Jahr über. 

Die wichtigsten Teeanbaugebiete in China

China gilt als das Mutterland des Tees schlechthin, das seit Tausenden von Jahren Tee anbaut und trinkt. Tee ist Kulturgut und Tradition (Stichwort: traditionelle Teezeremonie) zugleich. Achtzehn Provinzen in China produzieren Tee, vor allem im Süden des Landes. Grüner Tee kommt vorwiegend aus den ostchinesischen Provinzen Zhejiang, Anhui und Fujian, Oolong-Tee aus Fujian oder Taiwan, Gelber Tee aus Hunan und Roter Tee (in Deutschland Schwarzer Tee genannt) aus Sichuan und Yunnan. Auffällig: Chinesische Tees tragen oft blumige, phantasievolle Namen, zum Beispiel der legendäre Drachenbrunnnentee. 

Anhui: Die chinesische Provinz Anhui ist Heimat des berühmten Schwarztees Keemun (produziert in Qimen). Er besticht mit seinem fruchtigen, an Wein erinnernden Geschmack, einer feinen Piniennote und einer ausgewogenen Blume. Ebenso berühmt sind der Grüne Tee aus Tunxi und der Grüne Mao Feng von den Bergen des Huangshan.

Fujian: Das Wuyi-Gebirge an der westlichen Grenze der Provinz Fujian steht unter dem Schutz der UNESCO und ist Weltnaturerbe. Die Provinz ist größter Teeproduzent Chinas und bringt kostbare Tees aller Art hervor: Weiße Tees, Grüne Tees, Oolong-Tees, Jasmintees und Schwarztees.

Yunnan: Aus der Provinz Yunnan, die sowohl schneebedeckte Hochgebirgszüge als auch subtropische bis tropische Vegetation beherbergt, kommt die Kostbarkeit Pu Erh Tee. Der Grüne Tee hat einen unnachahmlichen Geschmack mit leicht erdiger Note. 

Das Teeanbaugebiet Japan

Japan ist Produzent legendärer, erlesener Grüner Tees. Das regenreiche, warme Klima mit viel Nebel bringt unter anderem den Edeltee Gyokuro (Tautropfen) hervor. Der Schattentee gilt als bester Tee Japans, weil er dank der Beschattung in den letzten Wochen vor der Ernte besonders mild und süßlich schmeckt. Der Grüntee Sencha ist in Japan als Alltagstee am beliebtesten. 

Das Teeanbaugebiet Korea

Auch wenn der Teeanbau in Korea sich nur auf die kleine Küstenregion im äußersten Süden beschränkt, produziert Korea mit langer Tradition einen Grüntee edelster Güte: den Sanjang, der aufwendig verarbeitet wird – nach einem Verfahren, das konfuzianische Mönche einst entwickelten. Nach dem neunmaligen Durchlauf der Verarbeitungsschritte ist der Sanjang von vielen Gerb- und Bitterstoffen befreit. Er lässt sich sieben, acht Mal aufgießen und „kippt“ nicht. 

Das Teeanbaugebiet Bangladesh

Aus Bangladesh kommt der berühmte Five Layer Tea, auch Lagentee genannt. Er ist Nationalgetränk und eine besondere Kreation aus ursprünglich fünf inzwischen auch bis zu zehn Teesorten, die geschichtet und nicht gemischt aufgegossen werden. 

Das Teeanbaugebiet Vietnam

Tee aus Vietnam ist hauptsächlich Schwarzer Tee, der leider oft zu Unrecht als Billigtee oder Tee zum Untermischen gehandelt wird. Denn aus Vietnam kommen Tees, die mit hochwertigen Tees aus Qimen und Yunnan durchaus mithalten können. Die vietnamesischen Tees sind jedoch meist süßer und etwas rauchiger als diese. 

Die wichtigsten Teeanbaugebiete in Afrika

In Afrika ist Kenia einer der größten Teeanbauer, ein Großteil der Ernte wird exportiert (siehe oben). Auch aus Kamerun kommt eine bemerkenswerte Teequalität. Südafrika ist für seinen Schwarztee und vor allem seinen Roiboos-Tee bekannt, dessen einziges Anbaugebiet weltweit nahe Kapstadt in den Zederbergen liegt. Als Teeproduzenten haben sich zudem die afrikanischen Teeanbaugebiete in Malawi, Tansania, Burundi, Äthiopien, Madagaskar, Mauritius, Mosambik, Zimbabwe und Uganda einen Namen gemacht. 

Das Teeanbaugebiet Europa

Europa als Teeanbauregion – das klingt zunächst ungewöhnlich. In Großbritannien, genauer in Tregothnan, Cornwall, wird jedoch schon seit dem Jahr 2001 Tee angebaut und seit 2005 vermarktet. Und nicht zuletzt gibt es in Opfingen am Tuniberg nahe der deutschen Stadt Freiburg eine Teeplantage mit rund 3.000 Setzlingen, die in dem regionalen Klima, das dem am Gelben Meer ähnlich sein soll, gedeihen. In zwei Jahren soll dort der erste deutsche Tee geerntet werden. Man bleibe auf seinen Geschmack gespannt!